Praxis Marcus Berg

Covid-Anleitung für den Hausgebrauch

Anleitung für den Hausgebrauch:

In diesen Tagen fragen mich viele Menschen, wie sie sich eigentlich richtig verhalten sollen? Was ist sinnvoll, was nicht? Darf ich meine Senioren besuchen oder lieber nicht? Und so möchte ich Euch heute eine kleine Handlungsanweisung, sozusagen eine Praxis Anleitung für den Hausgebrauch geben.

Um eine Tröpfchen-Infektion erfolgreich zu verhindern, ist der allerwichtigste Punkt, etwas achtsam und rücksichtsvoll, aber eben nicht ängstlich in die Welt zu gehen. Nur wenn wir rücksichtsvoll sind, werden wir die anderen Regeln einfach einhalten können. Es ist sozusagen die Grundvoraussetzung für das Gelingen und gleichzeitig auch das vielleicht Schwerste. Hat sich doch in den letzten Jahrzehnten eine Gesellschaft entwickelt, die das Individuum als höchstes Gut ansieht. Die zweite wichtige Regel wäre, helfe wo immer Du kannst. Und diese geht nahtlos in die Regel über, keinen Menschen auszugrenzen. Wenn jemand Schwierigkeiten hat Abstand zu halten oder vielleicht einen Mundschutz nicht tragen kann, ist es an Dir liebevoll und rücksichtsvoll zu sein. Einen Schritt zurückzugehen und mit Geduld dem Gegenüber zu helfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist etwas Abstand zu halten. Das müssen aber keine zehn Meter sein, sondern es reicht ein vernünftiger Abstand zwischen anderthalb bis zwei Metern. Probieren Sie doch einfach mal mit einem Zollstock aus, wie weit jemand wegsitzen muss, dass dieses Ziel erreicht wird. Sie werden feststellen, es ist gar nicht so weit wie viele Menschen denken. Abstand kann man aber nur halten, wenn man den anderen wahrnimmt.

Begrüßt Euch deshalb mit freundlichen Gesten. In Nepal ist es üblich, die Hände vor den Körper zu falten, dem Gegenüber in die Augen zu sehen und ihm freundlich zuzunicken. Dabei begrüßt man sich dort mit „Namasté“, was so viel bedeutet wie „Ich grüße das Göttliche in Dir“, wie ich finde eine sehr schöne Art, sich gegenseitig wahrzunehmen. Eine arabische Tradition ist, die Hand auf das Herz zu legen, dem anderen in die Augen zu sehen und eine leichte Verbeugung zu machen. Auch das finde ich ein schönes Ritual. Zeigt es dem Gegenüber, ich nehme dich mit Respekt und Liebe wahr. Vielleicht kann sich ja eine solche Begrüßung auch bei uns durchsetzen.

Wasche und desinfiziere gelegentlich deine Hände. Ich habe aber in der Praxis jetzt einige Menschen gesehen, die durch häufiges Händewaschen sehr rissige und entzündete Hände bekommen. Auch hier ist das rechte Maß notwendig. Vorbeugen kann man durch das Nutzen pflegender Handcreme.

Wenn ihr Euch krank fühlt, bleibt zu Hause. Das ist eine ganz wichtige Regel. Denn dadurch verhindert Ihr, dass Ihr die Keime in die Welt tragt. Wenn Ihr nur leichte Erkältungssymptome habt und nicht zu Hause bleiben wollt oder könnt, dann ist es sinnvoll, einen Mund- und Nasenschutz  zu tragen. Wenn Du husten oder niesen musst, benutze Deine Ellenbeuge oder ein Taschentuch, desinfiziere Dir danach die Hände.

Als letzter Punkt wäre noch zu nennen, glaube an Deine Selbstheilungskräfte. Bakterien und Viren gibt es länger als die Menschheit. Unser Körper ist nicht schwach, er kann sich sehr gut wehren. Angst schwächt unser Immunsystem.

Wenn Du diese Regeln beachtest, wirst Du nicht erkranken. Du wirst auch keinen anderen Menschen anstecken. Du kannst Deine Eltern besuchen, auch wenn sie zu einer Risikogruppe zählen.

Deshalb fürchte Dich nicht! Du kannst aktiv etwas tun, bist nicht hilflos.

Die Regeln für den Hausgebrauch in Stichpunkten:

Nehmt achtsam und geduldig Rücksicht aufeinander.

Grenze keinen Menschen aus.

Halte etwas Abstand.

Begrüßt Euch mit freundlichen Gesten.

Bleibt zu Hause wenn Du Dich krank fühlst.

Huste und Niese in deine Ellenbeuge

Wasche und desinfiziere gelegentlich Deine Hände.

Glaube an Deine Selbstheilungskräfte. 

Nieder-Olm, den 17.05.20

Marcus Berg